Styropor

Styropor

Genauso wie ein Einweg-Lebensmittelbehälter aus Styropor aufgrund seiner Struktur aus ölbasiertem Polystyrol auf einer Deponie nicht abgebaut wird, lässt sich dieses langlebige Material chemisch und physikalisch in einen dauerhaften Baustoff für Wohnzwecke umwandeln, anstatt als inaktiver Abfall zu verbleiben. Wenn recyceltes Styropor zerkleinert und mit Zement zu Verbundblöcken wie Rastra vermischt oder zwischen OSB-Platten (Oriented Strand Boards) eingelegt wird, um strukturelle Dämmplatten (SIPs) herzustellen, entstehen Baumaterialien, die termitenresistent und feuerfest sind, Erdbeben bis zu einer Stärke von 8,5 auf der Richterskala standhalten und gleichzeitig eine hervorragende Wärme- und Schalldämmung bieten. Trotz dieser technischen Vorteile, zu denen die Verringerung des Holzbedarfs und die Verbesserung der Energieeffizienz durch luftdichte Abdichtung gehören, steht einer breiten Einführung wirtschaftliche Hürden entgegen, da die Verarbeitungskosten oft höher sind als bei herkömmlichen Bauweisen, was Unternehmen und Verbraucher dazu veranlasst, weiterhin neues Styropor wegen seines niedrigen Preises und seiner Bequemlichkeit zu bevorzugen. Um das Potenzial dieses „wertvollen Abfalls“ auszuschöpfen, sind daher proaktive politische Strategien erforderlich, wie beispielsweise verpflichtende Sammelsysteme und klare Kennzeichnungsvorschriften, um die Wahrnehmung von Polystyrol von einem Einweg-Umweltrisiko hin zu einer regulierten Ressource für nachhaltige Architektur zu verändern.

Quelle: https://doi.org/10.3844/ajessp.2012.591.596

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